KI Sommercamp: Agenten und Katzenköpfe

Ich will hier ganz ehrlich sein: Es gibt Workshops, das schaue ich mir als Trainer vorher einmal an, ob sich zum vorherigen Durchlauf etwas am Inhalt geändert hat - meist ist das nicht der Fall. Und dann gibt es die "KI Camps"....

Das "KI Wintercamp" ist noch keine 6 Monate her, und trotzdem habe ich viele Inhalte für das "KI Sommercamp" noch einmal einem Update unterzogen. So schnell ändern sich Modelle, Tools und Anwendungen.

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Dieses Mal haben wir uns unteranderem mit n8n beschäftigt - aber viele in den einschlägigen Reddit-Communities fragen: Spielt das überhaupt noch eine Rolle? Meine Antwort: Ja und nein. Einerseits gibt es agentische Tools, die schon viel mehr können und einfacher zu bedienen sind. Andererseits geht es bei dem "KI Sommercamp" darum, KI-gestützte Anwendungen und Workflows zu verstehen. Und während bei agentischen Werkzeugen wie Hermes vieles in der "Black Box" passiert, kann man einen n8n-Workflow von Null an aufbauen.

Das dreiwöchige KI-Sommercamp startete - wie es die Tradition mittlerweile vorschreibt - in Münster. Zwei Tage Kennenlernen, Brainstormen und in der (vegetarischen) Mensa nebenan Mittag essen. Und es ging gleich ans Eingemachte: Wie kann man beim KI-Buzzwordbingo Begriffe wie RLHF, Quantisierung, MoE oder Fine-Tuning sicher einsortieren?

Angefangen haben wir ganz grundsätzlich: Was unterscheidet eigentlich ein GGUF- von einem MLX-Modell? Warum ist das neueste Modell nicht automatisch das beste? Und warum lohnt sich manchmal Stabilität mehr als Rohleistung – vor allem für Redaktionen, die sich nicht alle paar Monate einen neuen Workflow zurechtbasteln wollen. Und: Gute Prompts sind immer noch Gold wert. Das zeigte sich auch in den Bereichen Bilder, Video, Audios und Musik.

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Und dann natürlich: Vibe-Coding. Was ist damit heute möglich? Und wie kann ich Codex, Claude Code oder Qwen Coder so bedienen, dass etwas Vernüftiges am Ende heraus springt.

Das Intensivste kommt zum Schluss: Die Projektphase

  • Ein Team baute einen Schichtplan-Generator, der komplette Jahrespläne inklusive Feiertagsregeln, Ruhezeiten und automatischer Sperre nach Nachtschichten als Excel-Datei ausspuckt – entstanden komplett im normalen Chat, ohne eine Zeile Code selbst zu schreiben.
  • Ein anderes Team arbeitete mit dem Hermes Agenten: Dabei ist die Installation schon eine nicht einfache Hürde. Wenn das Ganze aber läuft, lassen sich Automatisierungen denken, die vorher schwer möglich waren.
  • Ein drittes Team baute aus genau so einem Agenten eine ganze Steuerkonsole für sämtliche KI-Dienste im Haus (Hermes, n8n, OpenWebUI, RAG), komplett mit nächtlichem News-Radar um vier Uhr morgens und Sprachnachrichten-Antwort über Telegram in 7,4 Sekunden.
  • Ein Team baute einen lokal laufenden Rechercheprototyp für ein Regionalmagazin, komplett mit Spracherkennung, Entitätensuche und einer Karte aller Drehorte – 30 Transkripte reichten, um zu zeigen, wie sich das theoretisch auf Jahre skalieren ließe.
  • Und zwei Teilnehmende "drehten" einen einminütigen Kurzfilm, in dem restlos alles von der KI stammt, vom Drehbuch bis zum Schnitt – Hauptdarsteller ein Spielzeug-Einhorn, dessen Körpergröße aber den Modellen nicht leicht zu vermitteln war. "So groß wie eine Katze" ergab: Ein Einhorn mit einen Katzenkopf. Ungefähr 28 $ hat der Kurzfilm an Token bei repilcate.com verschlungen.

Fazit nach drei Wochen: Wer sich lang genug festbeißt, schafft gefühlt alles – nur eben nicht immer beim ersten Versuch.

Übrigens: Zum nächsten Workshop muss ich nicht zu viel lesen, der steht bereits Mitte September an: https://www.ard-zdf-medienakademie.de/seminar/54362.html